Madonna – Queen of Pop
Geschrieben von: Redaktion | Eingetragen in: Musik
Wer kennt sie nicht (Madonna), die wohl schillernste Figur am Pop-Himmel? Wenn man von ihr spricht, so meint man die Frau, die es schafft immer wieder neue Trends zu setzen und ihr Publikum zu provozieren, gleichermaßen aber auch zu faszinieren. Wie ein Chamäleon verändert sie ihren Stil, erfindet sich immer wieder neu. Es gibt musiktechnisch nichts, was diese Frau nicht machen kann und machen wird.
Madonna wurde als drittes von sechs Kindern am 16. August 1958 in Bay City, das liegt in Michigan – USA – geboren. Ihre Großeltern waren italienische Einwanderer, daher auch ihr italienischer Mädchenname: Madonna Louise Veronica Ciccone.
Sie genoss eine strenge, konservative Erziehung, und war sogar in einer Klosterschule. Dies beeinflusste nicht unwesentlich ihre spätere Denk- und Lebensweise. Nachdem Madonnas Mutter sehr früh starb, heiratete ihr Vater die Haushälterin. Das sorgte für Streit in der Familie, denn Madonna konnte ihre Stiefmutter nicht leiden. Die Hassliebe zu ihrem Vater begleitete sie während der gesamten Laufbahn, sie zeigt das offen in sehr persönlichen Texten, wie „Papa don’t preach“.
Selbstbestätigung bekam Madonna damals nur in der Schule bei Theateraufführungen und in der Cheerleadermannschaft, wo sie lernte sich zu präsentieren. Sie nahm außerdem Klavierstunden und Tanzunterricht, wobei ihrem Tanzlehrer Christopher Flynn Madonnas Talente auffielen. Er war es auch, der Madonna riet nach New York zu gehen um dort Karriere zu machen.
Nachdem Madonna ihre Tanzausbildung abgebrochen hatte, ging sie mit ein paar Dollar in der Tasche und ein bisschen Gepäck nach New York. Dort hielt sie sich vorerst mit Gelegenheits¬jobs über Wasser, wie Kellner oder Aktmodell. Nebenbei lernte sie auch noch Schlagzeug und Gitarre zu spielen, und schrieb ihre ersten Songs. Nach einigen Experimenten als Sängerin und Schlagzeugerin in Punk- und Popbands, sowie als Backgroundsängerin, lernte sie Seymour Stein kennen. Der war begeistert von Madonnas Demobändern und so bekam sie 1982 ihren ersten Plattenvertrag. Ihre erste Single „Everybody“ wurde ein Hit. Und 1983 erschien ihr Debutalbum „Madonna“, die vierte Single daraus – „Holiday“ – schaffte es in die Charts. Kritiker belächelten Madonna als „One-Hit-Wonder“. Doch sie stieg mit jeder weiteren Singleauskoppelung höher in die Charts. Auch mit ihren trendigen Videos traf sie genau den Geschmack der MTV-Gemeinde.
Mit ihrem neuem Produzenten, Nile Rodgers – der bereits Stars wie Duran Duran und David Bowie produziert hatte – schaffte sie 1984 mit dem Hit „Like a Virgin“ ihren internationalen Durchbruch. Sie präsentierte diesen Song in einem Brautkleid, was für einen medienwirksamen Skandal sorgte. Ihre Fans fanden das eher trendy als skandalös und kopierten ihren Stil.
Beim Dreh zum Video „Material Girl“ lernt Madonna den jungen Schauspieler Sean Penn kennen und lieben. Sie heirateten und Madonna widmete ihm das Album „True Blue“, das in 28 Ländern auf dem ersten Platz landete und über 20 Millionen Mal verkauft wurde. Madonna war die erste Popsängerin, die 5 Single-Auskopplungen von einem Album in den US-Top 5 platzieren konnte. „La Isla Bonita“ wurde ihre erste Nummer Eins im deutschsprachigen Raum. Doch so erfolgreich sie auch in der Musikbranche war, ihre Hollywood-Karriere war alles andere als glanzvoll. Der Abenteuerfilm „Shanghai Surprise“ floppte, die Ehe mit Sean Penn ebenso.
Es folgte eine Reihe von Skandalen, die jedoch immer medienwirksam eingesetzt wurden. Aus den Neunzigern kennen die meisten von uns sicher noch Madonna in diesem goldenen Korsett mit riesig geformten Kegeln – kreiert von Jean-Paul Gaultier – womit die Brüste sehr stark betont wurden. Mit dem Imagewandel zum Erotikstar arbeitete sie zeitgleich an ihrer Unabhängigkeit und gründete eine eigene Produktionsfirma namens „Maverick“. Produziert wurden hiervon bekannte Alben von Stars wie Alanis Morissette oder The Prodigy.
Im Jahre 1996 bekam Madonna endlich die von ihr ersehnte Rolle im Musical „Evita“, wo sie an Antonio Banderas Seite spielte. Für diese Rolle war Madonna prädestiniert und bekam zu Recht den Golden Globe dafür. Im Oktober 1996 wurde Madonna das erste Mal Mutter. Ihre Tochter heißt Lourdes, Vater ist Madonnas damaliger Fitnesstrainer Carlos Leon. Nun begann eine neue Ära in Madonnas Leben, sie entdeckte unter anderem den Buddhismus für sich. Mit dem Album „Ray of Light“ überzeugte Madonna nicht nur die Kritiker, sie bekam dafür insgesamt sechs Grammys. Die Songs wirken etwas düster und nachdenklich, ebenso wie das Video zu „Frozen“. Ein neuer Trend war geboren: Ethno und Esoterik.
Mit dem Folgealbum „Music“ im Jahre 2000 löste sie erneut einen Mode-Trend aus: Cowboyhut, Hüfthosen und Boots waren quasi über Nacht salonfähig geworden. Zu dieser Zeit kam auch der Streifen „Ein Freund zum Verlieben“ in die Kinos, der – wie schon so viele Filme mit Madonna zuvor – an den Kinokassen floppte. Im Dezember 2000 ehelichte Madonna den englischen Regisseur Guy Ritchie, von dem sie ihr zweites Kind – Sohn Ricci – hat.
Wie alle großen Stars, bekam auch Madonna die Ehre einen James-Bond-Titelsong zu kreieren. „Die Another Day“ sorgte nicht nur wegen des außergewöhnlichen Sounds für Schlagzeilen, auch das Video war – wie sollte es anders sein – wieder sehr umstritten.
Madonna ist aber nicht nur Star, sie versteht es auch, die Karrieren anderer Künstler wieder in Gang zu bringen. So verhalf sie zum Beispiel Britney Spears mit dem PR-verdächtigen Live-Kuss bei den MTV-Awards 2003 zur nötigen Aufmerksamkeit der Medien, darauf folgte ihr gemeinsamer Song „Me Against The Music“.
Im September 2003 erschien das erste Kinderbuch von Madonna „Die englischen Rosen“. Das Buch und die vier darauf folgenden Bücher waren der volle Erfolg. Den gesamten Gewinn des Projektes steckte Madonna in Kinderhilfsorganisationen. Zu ihrem 47. Geburtstag stürzte Madonna, die leidenschaftlich gerne reitet, vom Pferd und brach sich Schlüsselbein, Hand und mehrere Rippen. Mit viel Disziplin und Schmerzmitteln konnte sie zwei Monate später das Video zu „Hung Up“ drehen. Wer das Video gesehen hat, wird sich trotzdem fragen, wie sie das geschafft hat. Das aktuelle Album „Confessions on a Dance Floor“ ist der volle Erfolg. Madonna erhielt dafür bereits den Brit Award als beste Künstlerin, sowie zwei Echos.
Die Frage auf „Wer ist Madonna wirklich?“ lässt sich nur schwer beantworten. Sie ist ständig in Bewegung, körperlich wie auch geistig, und verändert sich laufend. Man kann nur eines mit Sicherheit sagen, dass sie sehr ehrgeizig und konsequent ist. Was sie sich in den Kopf setzt, das schafft sie auch. Madonna ist in allem was sie tut eine Perfektionistin und wie geschaffen für die Bühne. Ohne diese Frau wäre die Welt wohl um einiges farbloser. Madonna macht keinen Trend mit, sie macht die Trends selber. Sie ist und bleibt die unangefochtene „Queen of Pop“.