Radioaktivität: Brauchen wir in Deutschland jetzt einen Geigerzähler?

In der Panikstimmung, die die Katastrophennachrichten aus Japan erzeugen, sind viele Menschen in Deutschland beunruhigt, was sich darin zeigt, dass in Deutschland bereits alle Geigerzähler ausverkauft sind. Die Frage ist, ob diese Hamsterkäufe bezüglich Geigerzähler in Deutschland überhaupt einen Sinn ergeben. In strahlenbelasteten oder verseuchten Gebieten kann ein Geigerzähler Leben bewahren helfen. So im Falle Tschernobyl, wo es Standard ist, sich ausschließlich mit einem Geigerzähler „bewaffnet“ in die Nähe des Sarkophag bedeckten Reaktors zu begeben, der 25 Jahre zuvor so viel Unglück erzeugte.

Geigerzähler in Japan sichert Leben

Aktuell ist es auch in Japan sinnvoll, mit einem Geigerzähler zu hantieren, wie an den Nachrichtenbildern zu erkennen ist. Im akuten Geschehensprozess ist der Geigerzähler die einzige Möglichkeit, mögliche Strahlenbelastungen, die gesundheitsgefährlich sind, sofort zu erkennen und medizinische Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Auch in Zukunft wird ein Geigerzähler in Japan noch für sehr lange Zeit ein sinnvolles Gerät sein, um Strahlenverseuchungen frühzeitig zu erkennen. In Deutschland ist keine derartige Strahlenbelastung zu erwarten und deshalb macht der Kauf eines Geigerzählers in unserem Land wenig Sinn.

Mit dem Geigerzähler Radioaktivität lokalisieren

Wer radioaktive Strahlung an sich selbst oder in der Umgebung messen will, nutzt einen Geigerzähler. Im Jahr 1928 haben die beiden Physiker Geiger und Müller den nützlichen Detektor für Alpha- und Beta-, Gamma- und Photonen- sowie Röntgenstrahlen erfunden. Der Geigerzähler dient auch heute noch dazu, eine ionisierende Strahlung, wie radioaktive Strahlung auch genannt wird, festzustellen. Damit ist der Geigerzähler im Gefahrenfall ein hilfreiches Instrument, um mögliche radioaktive Strahlungen zu lokalisieren.

Aufbau eines Geigerzählers

Der Geigerzähler besteht aus einem Hohlkörper, in dessen Zentrum sich ein Metalldraht befindet, dessen Ende mit einem so genannten Isolator befestigt ist. Dieser Draht ist die Anode, während der Hohlkörper die Katode darstellt. Im Geigerzähler wird eine Gleichspannung erzeugt, die 100 Volt umfasst. Am anderen Ende dieses Hohlkörpers wurde ein Fenster eingebaut, das Strahlungen durchlässt. Der Hohlraum des Geigerzählers steht unter leichtem Druck durch eine Gasbefüllung.

Das Fenster im Geigerzähler

Tritt eine ionisierende Strahlung durch das Fenster ein, so werden die Kerne des Gases von herumfliegenden Hüllenelektronen getrennt. Bei diesem Vorgang entsteht eine Beschleunigung der elektrischen Feldkraft, wodurch die Elektronen zur Anode hin mitgerissen werden und mit Gasmolekülen zusammenstoßen. Dadurch entsteht zwischen der Anode und der Katode Strom. Dieser wird über einen Widerstand in ein Spannungssignal und weiterhin mithilfe elektronischer Verstärkung in ein akustisches Warnsignal umgewandelt. Alternativ können auch visuelle Signale entstehen. Die zugrunde liegende Aktivität wird als Impulssignal erfasst und kann mit Zeiteinheiten als radioaktive Strahlungswerte erfasst werden.

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Ein Gedanke zu „Radioaktivität: Brauchen wir in Deutschland jetzt einen Geigerzähler?

  1. Linda

    Also vorerst wird die Strahlung sicher nicht zu uns gelangen. Manche drehen ja schon völlig am Rad. Eine Freundin ist schon kein asiatisches Essen mehr wegen der Strahlung, selbst mein Tiefkühl Bami Goreng hat sie verschmäht.

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