Werkzeug für Bohrmaschinen

Werkzeuge für die Bohrmaschine beziehungsweise Fräsmaschine abseits normaler Spiralbohrer sind weitest gehend unbekannt. Wir möchten Ihnen die daher eines der unbekannteren Werkzeuge für Bohrmaschinen, nämlich die Reibahle, etwas genauer vorstellen, deren Anwendungsbereiche und Anwendungsbeispiele verdeutlichen und einige Hinweise zum Einfluss der Werkzeugform im allgemeinen geben.

Eine Reibahle wird verwendet, um Bohrungen eine Passgenauigkeit zu geben, beziehungsweise das Bohrloch zu glätten. Die Richtung des Loches kann und wird dabei jedoch nicht geändert. Oft wird dieses zum Beispiel bei Rundmessern oder Sägeblätter vorgenommen, nachdem diese aus der Härterei kommen. Durch das härten hat sich der Durchmesser leicht verkleinert, so dass er auf das zukünftige Maß der Welle wieder aufgerieben wird. Gerade Sägeblätter, die mit bis zu 8.000 U/min laufen, ist eine genaue Passform ein wichtiges Kriterium für die spätere Schnittgüte.

Für die nichtmaschinelle Bearbeitung verwendet man eine manuelle Reibahle (oder auch Handreibahle), die mit der Hand bewegt wird. Reibahlen, welche auf der Bohrmaschine oder Fräsmaschine eingesetzt werden, nennt man folglicher Weise Maschinenreibahlen.

Artikel von : Sven Meyer

Der erste und sehr kurze Anschnitt der Reibahle beträgt meistens 45°, gefolgt von einem weiteren Anschnitt zwischen 1-2° oder 5°. Die Schneiden liegen parallel zur Achse, da der Reibvorgang im Vordergrund steht, nicht die Spanabfuhr. Um Rattermarken zu unterbinden wird eine ungleiche Teilung gewählt, welche sich nach dem halben Durchmesser wiederholt. Die Anzahl der Schneiden lässt sich durch 2 Teilen, damit sich selbige gegenüberliegen und das präzise Messen des Durchmessers ermöglicht wird. Immerhin werden diese Werkzeuge dazu genutzt um eine Passgenauigkeit von bis zu 1/1000 am Werkstück zu erreichen.

Darüber hinaus gibt es auch noch einige Sonderformen bei Kegelreibahlen die zum schruppen (grobes Vorarbeiten) genutzt werden und gezahnt / gezackt sind, bzw. Fertigreibahlen mit einem leichten Drall. Für genaueste Arbeiten ist immer die Fräsmaschine vorzuziehen, da diese meistens nach Werkzeugmacher Genauigkeit gefertigt werden (DIN). Bei einer Bohrmaschine ist diese Vorgabe eher unüblich.

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