Apple iPod – der Kult MP3-Player

Jeder kennt sie, die weißen Ohrstöpsel, die im Straßenbild der westlichen Welt allgegenwärtig sind. Meist führen Sie zu einem iPod, Apples Kult-MP3-Player, der im Oktober 2001 zum ersten Mal vorgestellt wurde und seitdem die Hörgewohnheiten revolutioniert hat. Vom Studenten über den Jungmanager bis hin zum Fußball- oder Filmstar – wer etwas auf sich hält und Wert auf Stil legt, hört seinen Lieblingssound auf einem iPod.

Dabei war der iPod bei seinem ersten Auftritt eigentlich eher eine Enttäuschung für viele Apple-Fans. Hatten Sie doch vielmehr einen revolutionären PDA erwartet, einen legitimen Nachfolger des Newton, der seiner Zeit voraus war und sich deshalb im Massenmarkt nicht durchsetzen konnte. Doch stattdessen: ein simpler MP3-Player? Lange Gesichter. Aber dieser scheinbar gewöhnliche MP3-Player sollte mit seinem unverwechselbaren Design, seiner genial einfachen Menüführung und einer ausgefeilten Lifestyle-Kampagne zum großen Umsatzbringer für Apple werden. Was das Unternehmen mit seinen Rechnern seit Gründung vergeblich versuchte, gelang mit dem iPod innerhalb weniger Jahre: die Eroberung des Massenmarktes. Der iPod ist zum Synonym für MP3-Player geworden, sein Design stilbildend für viele Konkurrenten und Zusatzprodukte. Renommierte Audio-Hersteller haben Anlagen mit speziellen iPod-Schnittstellen in ihr Programm aufgenommen, und auch für BMW- und Mercedes-Benz sind iPod-Adapter erhältlich, mit denen sich der unverzichtbare Begleiter nahtlos in die Audio-Anlage des Fahrzeugs integriert.

Auch begeisterte Software-Entwickler machten sich ans Werk und nahmen sich das Betriebssys-tem des iPods vor. Zusätzliche Programme erweiterten die Möglichkeiten des Geräts, verwandelten es in ein Notizbuch, ein Adressbuch, einen Kalender. Sogar eine Linux-Portierung für den iPod wurde entwickelt. Auch kostenlose Alternativen zu iTunes, Apples Synchronisations-Software, existieren. Zum Beispiel YamiPod, das nicht nur unter Windows und Apple OS X Anschluss an den iPod bietet, sondern auch unter Linux.

Ein kleiner Generationsüberblick

Der iPod der 1. Generation besaß eine 5 GB-Festplatte und war nur mit Macintosh-Computern kompatibel. Das änderte sich jedoch schnell. Nicht einmal ein Jahr später gab es mit der Generation 2 verschiedene Produktlinien: eine Windows-kompatible Version und eine für Macs. Die Kapazität war auf 10 und 20 GB gestiegen. Ein berührungsempfindliches Scrollrad ohne bewegliche Teile ersetzte das der ersten Generation. 

In der dritten Generation wurde die Trennung zwischen Windows- und Mac-kompatiblen Geräten aufgehoben. Der Firewire-Anschluss wurde durch einen Dock-Anschluss an der Unterseite ersetzt, die größte Festplatte fasste jetzt 40 GB. Im Jahr 2004 wurde der kleine Bruder, der iPod Mini, eingeführt, außerdem kam die 4. Generation des iPod auf den Markt, sowie der iPod Photo mit Farbdisplay, bis zu 60 GB Festplattenkapazität und TV-Schnittstelle. 

2004 wurde auch der iPod Shuffle vorgestellt, ohne Display, ohne Festplatte, dafür mit 512 MB oder 1 GB Flash-Speicher. Im gleichen Jahr machte das neue Farbdisplay für den klassischen iPod den iPod Photo überflüssig. Ein Software-Update für alle iPods der 4. Generation und den iPod Mini ermöglichte Podcast-Unterstützung. Kurz danach erschien der iPod Nano mit 2 GB und 4 GB Flash-Speicher. Die Produktion des iPod Mini wurde eingestellt. Im gleichen Jahr startete der iPod der 5. Generation. Er ist mit 30 GB oder 60 GB großer Festplatte erhältlich, sein 320 x 240 Pixel großes Display spielt Videos im MPEG-4 oder H.264-Format ab. Alle aktuellen iPods unterstützen die Audio-Formate MP3, AAC, AIFF, WAV, Apple Lossless und das Hörbuchformat Audible. Nur der displaylose iPod Shuffle kann keine AIFF und Apple Lossless-Dateien wiedergeben.  

Alles super oder was?

Bei allem Fortschritt und diversen neuen Modellen sind einige Dinge über die Generationen annähernd gleich geblieben: Die ausgefeilte Menüführung durch das Scrollrad beziehungsweise Clickwheel, aber auch Kritikpunkte wie die Art des Akku-Einbaus. Ein eigenhändiger Austausch durch den Besitzer ist nur schwer bis gar nicht möglich, was die Frage aufwirft, was mit funktionsfähigen iPods geschieht, bei denen nur der Akku erschöpft ist. Einfach wegwerfen? Unter Umweltsgesichtspunkten nicht gerade vorbildlich.  

Auch die Begrenzung der Lautstärke bei europäischen iPods – ein Resultat französischer Gesetzgebung – freut nicht jeden. Dieser Schutz des Benutzers vor Hörschäden kann aber durch spezielle Programme aufgehoben werden.  

Sozusagen ein Dorn im Ohr sind einigen Besitzern eines schwarzen iPods oder iPods Nano die nach wie vor weißen Ohrhörer, auf die Apple nicht verzichten will, weil so jedermann gleich signalisiert wird, dass hier jemand mit einem iPod hört. 

Doch letztlich sind dies nur Kleinigkeiten, die der Attraktivität und Popularität des Kult-Players nicht wirklich schaden. Wer nicht so auf den Cent achtet und dafür mehr auf Design und Benutzerfreundlichkeit, kommt um einen iPod kaum herum. Es mag andere MP3-Player geben, die Apples Musikableger in Kapazität, Akkulaufzeit oder Preis überlegen sind, die Referenz für einen MP3-Player heißt immer noch iPod.

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