Duftagentur – vom Duft des Erfolges

Die Idee, dass Düfte (Duftagentur) in Geschäften ganz gezielt für eine angenehme Atmosphäre sorgen, hat ihren Ursprung in den USA. Aber auch in Deutschland machen sich jetzt immer mehr Duftagenturen daran, den Umsatz verschiedenster Läden auch olfaktorisch zu unterstützen. Denn der Markt für die neue Welt der Aromastoffe ist vorhanden.

Eine Langzeitstudie der Universität Paderborn besagt, dass, sobald Geschäfte die Kraft von Düften gezielt einzusetzen wissen, sich die Verweildauer der Kunden um mehr als 15 Prozent verlängert. Dabei steigt die Kaufbereitschaft um 14 Prozent, der Umsatz um rund 6 Prozent. Das sind Zahlen, die niemand ignorieren wird.

Aber der richtige Duft muss es schon sein. Sonst erreicht man nämlich den gegenteiligen Effekt. Zitrone zum Beispiel hat in einem Kleidergeschäft nichts zu suchen. Mit ihm verbinden Kunden eher Haushalts- oder Toilettenreiniger, und nichts, was einen persönlich attraktiver wirken lässt.

Gute Erfahrungen haben die Duftagenturen mit individuell zusammengesetzten Aromen gemacht, die dann exklusiv einzelnen Geschäften vorbehalten sind.  So sorgen verschiedene Hotelketten bereits dafür, dass ihre weltweite Klientel jedes Haus im wahrsten Sinn des Wortes gut riechen und dabei wiedererkennen kann – ganz egal, ob es in Asien, Amerika oder Europa steht.

Die Meisterschaft liegt im dezenten Umgang mit den Stoffen, die Kunden sollen gar nicht unbedingt merken, welcher Aufwand für ihr geruchsbedingtes Wohlgefühl betrieben wird. Als unzulässige Beeinflussung wird dies in der Branche der Duftagenturen aber nicht empfunden. Man sorgt für eine angenehme Einkaufs-Atmosphäre ja auch mit dem gezielten Einsatz von Musik oder Licht, da wird die Verwendung von  Aromastoffen als eher harmlos eingestuft.

Verbraucherschützer warnen allerdings davor, dass z.B.  der Geruch von frischem Brot – in jeder Bäckerei den Einkauf deutlich stimulierend – mit Hilfe von Spraydosen in Zukunft auch an anderen Stellen zum tragen kommen könnte. Da wäre dann die Grenze zur verbotenen Manipulation überschritten. In der Schweiz hat es schon eine parlamentarische Anfrage zum Thema Duftmarketing und Täuschungspotenzial gegeben, man konnte aber von Regierungsseite aus auf die bestehenden Lebensmittelgesetze verweisen und betrachtet das Thema deswegen als geregelt.

In der größeren Öffentlichkeit wurde der Einsatz von Duftstoffen bisher auch noch kaum diskutiert. Angesichts der Filmpremiere von Patrik Süskinds Bestseller „Das Parfüm“ waren zwar verschiedene Duftagenturen in den Medien präsent, eine Diskussion über den allgemeinen Geruchsraum fand jedoch nicht statt.

Düfte können natürlich nicht nur in Geschäften Verwendung finden, sondern genauso  bei anderen Werbemitteln. Das heißt, auch Kataloge haben die Chance, in Zukunft eine ganz eigene Note zu bekommen. Der Trend jedenfalls ist da, und schon bald wird der eigene Duft wahrscheinlich genauso zum Erscheinungsbild eines Unternehmens gehören wie das von außen sichtbare Geschäftslogo.

Ach ja, bei einer Sache sind den Duftagenturen wohl kaum zu behebende technische Grenzen gesetzt: das Geruchsfernsehen ist noch nicht erfunden, und es wird wohl auch noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Artikel Bewertung

Ähnliche Beiträge zum Thema