Lambrusco – der rote Perlwein

Dieses „Kunstblut“ für Kenner liegt wieder voll im Trend. Der Lambrusco schmeckt angenehm frisch und ist ein roter Perlwein, der aus Italien kommt. Er passt perfekt zu Pasta und lauen Grillabenden.

Da der Lambrusco einen geringen Anteil von Ancellotta-Trauben zur Kräftigung seiner Farben enthält, wurde er für Italo-Western tatsächlich schon als Kunstblut eingesetzt. Ursprünglich stammt der Wein aus einem Landstrich zwischen Parma und Bologna. Seit 1860 wird er dort von dem Familienunternehmen „Chiarli“ produziert. 155 Millionen Flaschen jährlich werden davon hergestellt, so verhasst er also auch sein mag, bei dieser Verkaufszahl muss es auch Liebhaber des süßen Traubensaftes geben. Zugegeben, der Lambrusco ist kein Schaumwein, sondern ein Perlwein, der Druck in der Flasche darf höchstens 2,5 Bar betragen. Dieser oft zu unrecht verschmähte und verspottete Wein stammt von einer Rebsorte, die sehr ertragreich ist und extrem kräftige Säure enthält.

Herstellung von Lambrusco

Ganze sechs Wochen dauert es, um einen echten Lambrusco Perlwein herzustellen. Wird die süße Variante produziert, kommen 60 Prozent Wein und 40 Prozent Most in einen geschlossenen Tank. Bei der zweiten Gärung wird noch Hefe dazu getan, Zucker muss nicht, da dieser ja schon im  Most enthalten ist. Sind sieben Prozent Alkohol erreicht oder bei Zugabe von 50 Gramm Restzucker, wird die Gärung gestoppt. Lambrusco Variationen gibt es einige. Insgesamt werden vier Stilrichtungen kontrolliert. Lambrusco Grasparossa die Castelvetro, eine weitere Rebsorte für den roten Perlwein wächst in der Nähe von Modena und liefert Tannin für den Wein. Wer lieber Kirsche mag,  der ist mit der Rebsorte Lambrusco Salamino di Santa Croco bestens bedient, der eine feine Kirschnote beinhaltet.

Filmreif

Dass der rote Perlwein auch gern für alte Western genutzt wird, wurde oben bereits erwähnt. Die kräftige Farbe ist nicht nur bei spanischen Kunden beliebt, auch die italienische Filmindustrie hat Gefallen an ihm gefunden. Weil jedoch  der größte Produzent des Weines den Spott satt hatte, investierte er einige Millionen in eine neue Kellerei. Er wollte „seinen“ Lambrusco wieder als seriösen, trockenen Wein anbieten, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Der schmackhafte Massenwein

Auch, wenn der Lambrusco häufig als billiger Massenwein abgestempelt wird, so ist der dennoch ein guter Speisebegleiter und hat durch aus Klasse. Die Ertragsgrenzen sind hoch und im Supermarkt ist er preiswert zu erhalten. Natürlich sollte man nicht mit allzu großen Ansprüchen an den Lambrusco gehen. Er ist leicht zu trinken und besitzt gute Säure. Das Jahr 2007 war aufgrund von Trockenstress erfolgloser als andere Jahre, der Geschmack manchmal etwas bitter. Zur deftigen Küche sind Lambruschi ideal und eine optimale Ergänzung. Er schmeckt einfach lebendig, nach frischen Früchten  und zergeht auf der Zunge. Dieser Wein versprüht Esprit und Lebensfreude, es ist keine Rebsorte für intellektuelle Weinkenner, sondern für Genießer, die prickelnde Frische und Unkompliziertheit bevorzugen.

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