Kinderspielzeug – Nur ein Bauklotz?

Der Kabarettist und Jazzmusiker Helge Schneider (Kinderspielzeug) berichtet in einer seiner klassischen Bühnenerzählungen von seiner Kindheit, in der lediglich ein Kind aus der Nachbarschaft über einen einzigen Bauklotz verfügte und damit für alle anderen Kinder der liebste Spielkamerad wurde.

Auch wenn diese Beschreibung (wie für ein solches Bünenprogramm üblich) im Schwerpunkt durch die Überzeichnung seine humoristische Wirkung erzielt, entfernt sie sich doch nicht allzuweit von mancher Antwort von Eltern und Pädagogen auf die Bitte eines Kindes, das eine oder andere zusätzliche Spielzeug zu erwerben.

Es steht außer Frage, dass die Kinderzimmer heute mehr als früher mit Kinderspielzeug angereichert werden und insbesondere jene Generation, die die entbehrsamen Jahre nach den Kriegen erlebt hat, wird sich aus manchem geradezu überfüllten Kinderzimmer nur noch kopfschüttelnd abwenden. Doch früher wie heute gilt: Nicht die Menge an Kinderspielzeug ist entscheidend.

Viel wichtiger ist, dass ein Kind zu einem Objekt tatsächlich eine Geschichte hinzuerfinden kann, ob es in der Lage ist, Spielfiguren und Puppen mit einer Seele anzureichern und ob Spielkameraden (dies können andere Kinder sein, aber auch die eigenen Eltern) verfügbar sind, die sich ebenfalls dafür interessieren, das Spielzeug gemeinsam zu nutzen.

In diesem Kontext kann jedes hochwertige Spielzeug dazu geeignet sein, die Kommunikation zu fördern, geistige und motirische Fertigkeiten zu entwickeln, den Geist anzregen und auf konstruktive Weise für einige Stunden Spaß zu haben. Und dann spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, ob es sich bei dem Spielzeug um einen kompletten Lerncomputer oder tatsächlich nur um einen Bauklotz handelt.

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