Die Geschichte des Fahrrads

Im Jahr 1815 brach auf der indonesischen Insel Sumbawa der Vulkan Tambora aus. Die gewaltige Eruption mit der Kraft von 170.000 Hiroshima-Bomben führte 1816 zum „Jahr ohne Sommer“. Dieser wiederum hatte Hungersnöte zur Folge, besonders schlimm traf es Europa, das ohnehin unter den Folgen der Napoleonischen Kriege zu leiden hatte. Natürlich litten auch Nutztiere, die massenhaft verstarben oder verspeist wurden. Der Mangel an Reitpferden brachte den Mannheimer Karl Drais auf eine bahnbrechende Idee: Er konstruierte ein Laufrad, auf dem sich eine Person sitzend schneller fortbewegen konnte als es Fußgängern möglich war. Die Weiterentwicklung dieses Konzeptes wurde zum zweiten industriellen Serienprodukt der Geschichte: das Fahrrad. Heute ist es vermutlich das meistbenutzte Verkehrsmittel der Welt und existiert in zahllosen Varianten; vom klapprigen Drahtesel über robuste Mountain Bike ´s bis hin zu High-Tech-Rennrad reicht die Produktpalette.

Welches Fahrrad das richtige ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn das Rad im Alltag für kurze Strecken und kleinere Transporte genutzt wird, dann sind ganz normale Allround-Fahrräder die beste Wahl. Ob Holland- oder Tourenrad, die aufrechte Sitzposition schont den Rücken und die stabile Konstruktion erlaubt eine vergleichsweise hohe Gewichtsbelastung des Rades. Wer sich gerne dem Rausch der Geschwindigkeit hingibt, der wird sich für Rennräder interessieren, deren schmale Reifen in Verbindung mit geringem Gewicht, vielen Gängen und extrem flacher Sitzhaltung Höchstgeschwindigkeiten erlauben. Im Gelände sind Mountainbikes mit ihren breiten Profilreifen vorzuziehen. Sie sind stabil und verfügen oftmals über Federungen, die starke Stöße abmildern. Spaß haben und Show machen kann man am besten mit BMX-Rädern. Ob in der Halfpipe oder für Showrides, BMX-Räder sind immer gut für spektakuläre Einlagen. Allerdings sorgen andere Räder auch ohne viel Show für ähnlich viele bewundernde Blicke: Bonanzaräder und Cruiser werden oft von ihren Besitzern aufgemotzt und sind dann nicht unbedingt die praktischsten, ganz sicher aber die schicksten Fahrräder. Es ist dabei zu vermuten, dass die lässig auf dem Sattel eines chromblitzenden Cruiser mit Chopper-Lenker sitzende Person nicht ahnt, dass das geliebte Rad nur aufgrund eines Vulkanausbruchs auf einer indonesischen Insel vor fast 200 Jahren existiert.

Lena Knake

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Ein Gedanke zu „Die Geschichte des Fahrrads

  1. Josef Bucher

    Ein sehr interessanter Artikel. Habe schon viel über die Entstehung des Rades gehört und gelesen, aber das wir das Rad unter Umständen einer Naturkatastrophe zu verdanken haben ist mir neu. – man lernt nie aus.

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