Apples iPhone – die Revolution des Handys?

Als Apple 2001 auf der Messe Macworld den ersten iPod vorstellte, waren die meisten enttäuscht. Es schien sich um einen ganz gewöhnlichen MP3 Player zu handeln, nichts Besonderes. Die folgenden Jahre zeigten, dass Apple es mal wieder geschafft hatte, durch gelungenes, konsequentes Design und die Verknüpfung bedienungsfreundlicher Hard- und Software einen Verkaufsschlager zu erschaffen. Jetzt soll das iPhone den Markt auf ähnliche Weise revolutionieren.  

Viele Beobachter hatten ein Apple-Handy für 2007 erwartet. Als Apples Vorstandsvorsitzender während seiner Keynote, der Vorstellung neuer Produkte auf der Macworld, nach einer halben Stunde immer noch nicht vom iPhone gesprochen hatte, sackte der Aktienkurs des Unternehmens sogar leicht ab. Doch dann zog Steve Jobs die neue Wunderwaffe hervor und Apples Aktienkurs legte um über 10 Prozent zu, während die Aktien von Kokurrenten wie Nokia nachgaben.  

Was ist nun das Besondere am iPhone, dass sich schon Monate vor der Markteinführung jede Menge Artikel im Internet und in Zeitschriften damit beschäftigen? 

Über 200 Patente und Geschmacksmuster hat sich Apple für das iPhone schützen lassen. Als Betriebssystem soll erstmals ein abgespecktes, rund 500 Megabyte großes, Mac OS X zum Einsatz kommen – für eingefleischte Fans ist allein dies schon ein Grund, ins Schwärmen zu geraten. Der Webbrowser Safari und Apples Mail-Programm gehören ebenso dazu wie Google Maps.  

Der Internetzugang soll zunächst via GSM und WLAN möglich sein, in späteren Modellen eventuell auch per UMTS mit HSDPA. Das Gerät mit den Maßen 115 x 61 x 11,6 mm besitzt neben der Internet-Fähigkeit die gleichen Funktionen wie ein Video-iPod, verfügt über eine 2 Megapixel-Kamera und vier echte Tasten: einen Lautstärkeregler, eine Sleep-Taste, eine Klingelton-Taste und einen Home-Knopf, mit dem man immer ins Ausgangs-Menü zurückspringen kann. 

Als Audiogerät soll das iPhone 16 Stunden mit voll geladenem Akku durchhalten, wenn man telefoniert, Videos ansieht und surft, verkürzt sich die Akkulaufzeit auf 5 Stunden.  

Ziffern oder Buchstaben tippt man direkt auf dem 3,5 Zoll großen Bildschirm mit 320 x 480 Pixeln ein, nachdem man eine virtuelle Tastatur aufgerufen hat. Das Gerät kann vertikal oder horizontal gehalten werden, der Bildschirm passt sich automatisch an. Ausnahme sind Videos – die werden immer im Breitwandformat betrachtet. Hält man das iPhone zum Telefonieren ans Ohr, schalten sich Bildschirmbeleuchtung und Touchscreen-Bedienung automatisch aus, damit man nicht versehentlich per Ohr das Gespräch unterbricht.  

Je nach Ausführung wird das iPhone mit 4 oder mit 8 Gigabyte Flash-Speicher erhältlich sein. Wie beim iPod soll der Akku nicht vom Anwender austauschbar sein – einer der Punkte, die Kritiker am iPhone bemängeln. Auch habe die eingebaute Kamera weder einen eingebauten Blitz, noch könne man Videos damit aufnehmen. MMS-Versand scheint nicht möglich zu sein, und da das iPhone bisher kein UMTS unterstützt, sind Musikdownloads über das Mobiltelefon bei den ersten Modellen nicht möglich. Größter Kritikpunkt ist die fehlende Synchronisation mit Windows-PCs. Apple-Fans wird das nicht stören, erhalten sie „das fortschrittlichste Betriebssytem der Welt“ (Apple-Eigenwerbung) doch endlich auch für die Hosentasche. Ein vorgesehener Preis von 499 $ für die 4 Gigabyte-Version beziehungsweise von 599 $ für das iPhone mit 8 Gigabyte Speicher scheint da angemessen – auch wenn die Gerätekosten für Apple nur bei 20 – 50 % davon liegen.  

Die Zeit wird es zeigen, ob das iPhone Flop wird wie das ROKR, mit dem die Kooperation Apple/Motorola 2005 scheiterte, oder ob es ein echtes Smartphone ist und ein Hit wird wie der iPod.

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