Treppenlifte: Auch bei Gehbehinderung mobil am Leben teilnehmen

Kinder springen eine Treppe mühelos hinunter und junge Leute nehmen leicht drei, vier Treppenstufen auf einmal. Doch wenn mit den Jahren die Kraft zurückgeht oder eine Krankheit vorliegt, wird jede Stufe zur Qual und das Treppensteigen zur Schwerstarbeit.

Irgendwann geht es dann gar nicht mehr und man steht vor der Frage: Muss ich mir eine andere Wohnung suchen? Ältere Menschen, die fast ihr ganzes Leben in ihrem Haus verbracht haben, tun sich begreiflicherweise schwer, das alles so einfach hinter sich zu lassen.

Doch wenn ein Leben im Erdgeschoss nicht möglich ist und die geliebten Lebensräume nur über eine Treppe zu erreichen sind, ist ein Treppenlifter für viele die letzte Chance. Eine Chance, in der vertrauten Umgebung zu bleiben und dennoch weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen.

Welcher Treppenlift ist der Richtige?

Ist die Entscheidung erst einmal gefallen, dass ein Treppenlift her soll, ist das Thema damit noch lange nicht erledigt. Nun gilt es zu klären, welche Art Hilfsmittel das Richtige ist:

  • Ein Sitzlift, der den Gehbehinderten an der Treppenseite im Sitzen entlang einer Schiene langsam nach oben oder unten transportiert? Er ist der bekannteste Typ und wohl auch am häufigsten verbreitet. Er lässt sich individuell anpassen und ist sowohl für gerade als auch für gebogene Treppen geeignet. Geeignet ist er für jeden, der noch ein paar Schritte zum Lift zurücklegen kann oder die Kraft hat, sich aus dem Rollstuhl in den Lift hinüberzusetzen.
  • Ein Stehlift ist eine etwas einfachere Variante, die den Benutzer im Stehen transportiert; allerdings sollte man sich die Frage stellen, ob dieser Lift auf Dauer genutzt werden kann und bei nachlassender Kraft sicher genug ist.
  • Ein Plattformlift oder Rollstuhllift braucht deutlich mehr Platz, denn er transportiert den Gehbehinderten mitsamt Rollstuhl in die gewünschte Etage. Er hat den Vorteil, dass damit auch sehr gut Einkäufe oder andere Lasten transportiert werden können.
  • Ein Hublift bewegt sich nicht an einer Treppe entlang, sondern senkrecht zwischen den Stockwerken. Innerhalb von Gebäuden fehlt oft der Platz dafür, aber als Außenlösung wird er häufiger eingesetzt und ist meist in offener Form gestaltet.

Wer übernimmt die Kosten für einen Treppenlift?

Treppenlifte sind nicht unbedingt günstig. Zwar gibt es auch schon ab 3.000 bis 4.000 Euro einfache Lösungen, aber sobald eine Treppe nicht nur schlicht ein paar Stufen geradeaus nach oben führt, die Bedienung komfortabel sein soll und vielleicht wegen besonderer baulicher Gegebenheiten eine Spezialanfertigung nötig wird, kann man leicht auf Summen von 10.000-20.000 Euro kommen.

Liegt eine Gehbehinderung wegen eines Unfalls vor, kann man auf Kostenübernahme durch Berufsgenossenschaft oder eine andere Versicherung hoffen. Im Falle einer Schwäche aus Altersgründen kann man allenfalls auf einen Zuschuss durch die Kranken- und Pflegeversicherung hoffen.

Wenn eine Pflegestufe beantragt oder bewilligt wurde, können laut § 40 des Sozialgesetzbuches „Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ beantragt werden. Nach Überprüfung durch den medizinischen Dienst wird ein maximaler Zuschuss in Höhe bis zu 2.557 Euro gewährt. Er richtet sich auch nach den Einkommensverhältnissen des Pflegebedürftigen.

Doch auch, wenn ein großer Eigenanteil selbst zu leisten ist, sollte man bei einer starken Gehbehinderung einen Treppenlift in Erwägung ziehen, um der Sturzgefahr rechtzeitig zu begegnen und die Teilnahme am sozialen Leben weiterhin zu ermöglichen.

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