Dampfstrahler und Hochdruckreiniger

Im täglichen Sprachgebrauch werden Dampfstrahler und Hochdruckreiniger gerne verwechselt. Beide Geräteypen arbeiten mit Wasser, dass in einer Hochdruckpumpe kräftig unter Druck gesetzt wird. Dabei unterscheidet man eigentlich alleine schon Hochdruckreiniger in Kaltwassergeräte und Heißwassergeräte. Der Dampfstrahler kommt hinzu, wenn das Wasser auf deutlich über 100°C erhitzt wird.

Kaltwasser-Hochdruckreiniger nehmen einfach das Wasser aus der Leitung und verdichten es in der Hochdruckeinheit. Speziell im Profibereich verkraften dabei Hochdruckreiniger auch einen Warmwasserzufluss. Bis zu 60 oder 70 °C darf das Wasser im Zufluss haben, und schon wird aus dem Kaltwasser Hochdruckreiniger eine Warmwasser- oder Heißwasser-Einheit. Billiggeräte schaffen die zusätzlichen Belastungen oft nicht, zumindest nicht über einen längeren Zeitraum. Auf die Qualität von Pumpenkopf – bei Profigeräten oft hochlegiertes Messing oder Edelstahl – und Kolben – im Profilager oft Hochleistungskeramik -kommt es an. Der billige Aluminiumguss kann hier nicht mithalten.

Ein Heißwasser-Hochdruckreiniger hat zusätzlich zur Hochdruckpumpe noch eine Heizeinheit. Diese kann elektrisch betrieben sein oder einen Ölbrenner benutzen. Geräte mit einer elektrischen Heizeinheit sind wartungsarm, dafür ziehen sie reichlich Strom. Nicht jeder Anschluss hält die Amperezahlen aus, die ein elektrisches Heißwassergerät benötigt. Hier ist ein Gerät mit einem Öl- oder Dieselbrenner empfehlenswert. Zwar erfordert der ab und zu etwas Wartung, jedoch benötigt der Hochdruckreiniger nur so viel Strom, wie es der Pumpenantrieb selbst erfordert.

Ein Dampfstrahler ist ähnlich wie ein Heißwasser-Hochdruckreiniger aufgebaut. Auch hier sorgt eine Heizeinheit für die richtige Temperatur des Wassers. Wer mit sehr hohem Druck und sehr hoher Temperatur arbeiten möchte, bekommt diese Lösung jedoch nicht mehr als eigenständiges Gerät. Bei Drücken ab 250 bar sowie Wassermengen ab ca. 1.000 Litern ist eher ein externer Durchlauferhitzer empfehlenswert. Auch diese gibt es in elektrischer Ausführung oder als Diesel.

Die Wahl des Geräts hängt vom Einsatzzweck ab. Typisch ist ein normaler Hopchdruckreiniger für Garten, Gewerbe und Straßenreinigung. Mit einer Warmwasser-Zufuhr finden sich die Geräte oft in der Lebensmittelindustrie oder bei Werkstätten sowie einer Waschanlage. Ein Heißwasser-Hochdruckreiniger mit eigenständiger Heizeinheit ist überall dort ideal, wo ein langer Schlauch für die Warmwasserzufuhr nicht in Frage kommt. Für die Desinfektion, chemische Reinigung oder auch Motorwäsche eignet sich ein echter Dampfstrahler.

Wichtig ist auf jeden Fall die Wahl vom passenden Reinigungsmittel oder Waschmittel. Ein Kaltwassergerät schafft ohne Probleme normalen Schmutz, sofern er nicht sehr öl- oder fetthaltig ist. Ist dies der Fall, sollte eher ein Heißwassergerät oder ein Gerät mit Warmwasserzufuhr genutzt werden, da neben der chemischen Reinigung auch die Wärme physikalisch Verunreinigungen anlöst. Ein leistungsfähiger Dampfstrahler schafft auch Teer, Farbschichten oder andere ölbasierte, zähe Verbindungen, sofern das Reinigungsmittel stimmt.

Da Wasser nicht kompressibel ist aber sehr wohl erkalten kann, bietet sich bei großen Installationen oft eine Trennung von Druckerzeugung und Heizung an. Mehrere sehr kräftige Hochdruckaggregate halten dabei das komplette Leitungsnetz auf dem gewünschten Druckniveau. Dort, wo Heißwasser oder Dampf benötigt wird, steht zusätzlich eine Heizeinheit in der Nähe der Verbraucher. Schon bei einer einfachen Waschstraße macht diese Aufteilung Sinn. Umfangreiche Installationen beispielsweise in der Industrie wollen dabei sehr genau geplant sein, damit permanent genügend Druck verfügbar ist. Hier ist oft ein Ingenieurbüro empfehlenswert.

Georg Grohs

Dampfstrahler und Hochdruckreiniger
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