Mentale Entschlackung durch die Informationsdiät

Die aktuelle Kommunikationsgesellschaft zwingt uns immer mehr und mehr gar nicht mal so wirklich erwünschte Informationen auf. Der Klassiker Fernsehen hämmert im Minutentakt mit Nachrichtensendungen, Laufbändern und Tickern auf uns ein, das Smart- und auch das andere Phone rappeln fast pausenlos mit bestellten oder nicht bestellten Botschaften, und die Email-Postfächer platzen ebenfalls periodisch aus allen Nähten. Auch jenseits elektronisch unterhaltener Informationstreibriemen kommen wir den permanent produzierten und publizierten Neuigkeiten nicht aus. Zeitungen, Illustrierte und sonstige Gazetten buhlen und konkurrieren ständig um unseren neugierigen Blick. Die Folge dieses Dauerbombardements sind Schlafstörungen, Stresszustände und schleppender Stuhlgang, um nur drei mahnende Vorboten eines durch Reizüberflutung induzierten chronischen Erschöpfungszustandes beim Namen zu nennen. Ist es da nicht an der Zeit, wahlweise die Notbremse oder die Reißleine zu ziehen? Viele mündige Bürger, die sich nicht länger das Hirn unkontrolliert und dumpf zumüllen lassen wollen, sehen in einer bewusst durchgeführten und konsequent betriebenen Informationsdiät einen gangbaren Weg zu geistiger Befreiung und psychischer Entlastung.

Nur ausgewählte Genüsse fürs Gehirn

Informationsdiät bedeutet, sehr bewusst und wohl erwogen zu entscheiden, was man wirklich in Sachen Tagesgeschehen in Erfahrung bringen möchte, und welche Neuigkeiten einem buchstäblich gestohlen bleiben können. Dementsprechend hat man bei der Informationsdiät mehrere Realisierungswege, die sich auch gerne kreuzen und überschneiden dürfen.

Bewusster Verzicht auf spezielle Medien

Viele „Diätwillige“ verspüren schon dadurch in kürzester Zeit eine immense Erleichterung, in dem sie ihren Informationszustrom auf einige wenige Kanäle beschränken. Das kann ganz konkret heißen: Keine Zeitungen mehr lesen, sich nicht mehr plan- und ziellos beim Surfen im Internet verlieren oder auch mal für einen längeren Zeitraum das Telefon aus- und abschalten.

Bewusster Verzicht auf bestimmte Inhalte

Was erfährt man in den üblichen Nachrichten? Meist wenig Gutes. Dabei kann man sich oft nur über geltungssüchtige soziopathische Politiker, aus dem Ruder laufende Projekte, über weltweite Gewaltbereitschaft und Aggressivität oder über mal wieder steigende Spritpreise ärgern. Das bringt, außer einem erhöhten Blutdruck, keinen Zugewinn. Warum also nicht mal auf Nachrichten jeglicher Art verzichten, egal wer sie anzubieten versucht? Oder grundsätzlich keinen Diskussionen, Debatten und Talkshows mehr folgen? Solche thematischen Sagittalschnitte können den Blick für die wahren, schönen und guten Dinge des Lebens wieder freundlich freimachen.

Aus dem Feld gehen

Der Nutzen von Fernreisen liegt nicht zuletzt darin, dass man den ganzen Alltag nebst seiner Informationsopulenz mal hinter sich lassen und vergessen darf. Wer beispielsweise drei Wochen lang in Nepal eine Trekkingtour macht, der bekommt vom Tagesgeschehen im Rest der Welt nichts mit – und wird das trotzdem bestens überleben. Natürlich muss man nicht gleich ans andere Ende der Welt flüchten, um vom hiesigen Geraffel nichts mehr hören und sehen zu müssen. Doch ein wenig Abgeschiedenheit sollte das Refugium (Retreat) schon zu bieten haben.

Was bringt mir eine Informationsdiät?

  • Schlechte Schwingungen von schlechten Nachrichten bekommen Hausverbot.
  • Dadurch können Lebensfreude, Glückgefühle und Flow-Gelegenheiten ins Leben zurückkehren.
  • Die eingesparte Zeit kann für die Pflege der Lebenskultur und zur Steigerung der Lebensqualität ausgegeben werden.
  • Wohltuende zwischenmenschliche Kontakte erhalten wieder Priorität.

Sind das nicht vier gute Gründe, aus der brummenden Informationsmaschinerie im eigenen Kopf mal den Gang raus zu nehmen und den Input zu entschleunigen? Auf jeden Fall erlangt man durch eine strenge Informationsdiät schrittweise die eigenständige Kontrolle darüber zurück, was die Pforten der Sinneswahrnehmung passieren darf, und welche Schädlinge und psychischen Krafträuber ab sofort draußen bleiben müssen.

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