Schwedische Weihnachten

Weihnachten wird in verschiedenen Ländern auf unterschiedliche Art und Weise zelebriert. In Spanien z. B. bringen traditionell die Heiligen Drei Könige den Kindern erst am 6. Januar die Geschenke, und in Rumänien ist das Singen von Weihnachtsliedern ein wichtiger Bestandteil des Festes. In Schweden wiederum bringt der Weihnachtsmann – wie auch in anderen nordischen Ländern –  die Geschenke schon an Heiligabend, deshalb wird der 24. Dezember als „Weihnachten“ bezeichnet.

Das Fest der Heiligen Lucia

St. Lucia, eine Heilige aus Sizilien, die im 4. Jahrhundert n. Chr. lebte, wird in Schweden besonders verehrt, da sie der Überlieferung nach Schweden vor einer Hungerkatastrophe bewahrt hat. Am 13. Dezember finden daher überall in Schweden St.-Lucia-Prozessionen statt, die zwar grundsätzlich mit Weihnachten nichts zu tun haben, aber natürlich wegen des Datums und der Lichtsymbolik in die vorweihnachtlichen Zeremonien eingebunden sind.  Weiß gekleidete Mädchen, mit einem roten Seidenband um die Hüften und einem Kranz brennender Kerzen auf dem Kopf, bringen ihren Eltern – in Gedenken an die Taten der Heiligen – morgens Speisen ans Bett.

Von Weihnachtsbäumen, Disney-Filmen und kulinarischen Köstlichkeiten

Eine dichte, gleichmäßig gewachsene Tanne ist das Symbol von Weihnachten, daher machen sich die Schweden am Tag vor Heiligabend auf, um einen perfekten Weihnachtsbaum zu finden. Wie dieser geschmückt wird – ob mit Lametta, Flaggen oder Christbaumkugeln – hängt von der jeweiligen Familientradition ab.

Am Nachmittag des 24. Dezembers sitzt ganz Schweden ab etwa 15 Uhr vor dem Fernseher. Gezeigt wird ein Disney-Spezialprogramm, an dem sich die Schweden nicht satt sehen, obwohl es seit den sechziger Jahren alljährlich am Weihnachtstag wiederholt wird – Rituale sind eben wichtig. Erst danach kann das Feiern beginnen.

Wie fast überall stehen auch in Schweden die kulinarischen Gaumenfreuden im Mittelpunkt. Als unverzichtbares Element des Festes gilt das julbord, ein Buffet, dessen Hauptbestandteil ein saftiger Weihnachtsschinken ist. Neben Bier oder Schnaps werden klassische und deftige Weihnachtsleckereien wie Fleischwurst, eingelegter Hering, hausgemachte Leberpastete, Kartoffeln oder Stockfisch gereicht. Der Glögg, eine Art Glühwein mit Mandeln und Beeren, ist eine skandinavische Spezialität und wird in kleinen Bechern serviert. Auch Süßigkeiten spielen eine wichtige Rolle, darunter Toffee und Schokolade, aber auch Orangen, Datteln, Feigen und Nüsse gehören dazu. Nach dem man kräftig dem julbord zugesprochen hat, dürfen die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum ausgepackt werden. Als letzter Teil der Feierlichkeiten steht ein Kirchenbesuch am frühen Morgen des 25. Dezembers auf dem Programm.

Das Ende der Weihnachtszeit

Die Weihnachtsferien erstrecken sich bis zum Ende der ersten Januarwoche. Wenn Heiligabend vorbei ist, folgt eine Reihe von Besuchen bei Verwandten und Freunden. Während fast überall 12 Weihnachtstage gefeiert werden (25. Dezember bis 6. Januar), sind es in Schweden zwanzig Tage. Die Weihnachtszeit endet mit dem 13. Januar, dem St. Knuts-Tag. An diesem Tag werden die Weihnachtsbäume entschmückt und kurzerhand aus dem Fenster geworfen. Wer in dieser Zeit in Schweden unterwegs ist: Bitte Blick nach oben!

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