Kochen und Leben – verwandte Künste

Manchmal wünscht man sich, dass das Leben so einfach wäre wie das Kochen. Einfach in einen Buchladen gehen, in den Kochbüchern für Lebensführung stöbern. Ein Buch voller Kochrezepte für verschiedene Lebenssituationen kaufen. Und die Rezepte im Alltag erproben. Schließlich geht man ja davon aus, dass die Rezepte fürs Kochen erprobt und praxistauglich sind. Aber mit dem Kochen verhält es sich durchaus ähnlich wie mit dem Leen: Berechenbar ist es nur bis zu einem gewissen Grad, Kochrezepte hin, Kochrezepte her. So gut die Rezepte auch sein mögen – stimmen die Zutaten nicht, helfen auch die besten Rezepte nicht weiter. Ist das Obst unreif, gibt es Bauchgrimmen. Fehlt das Salz, dann wird das ganze Essen fad. Rezepte sind immer auch Geschmackssache.

Der eine hat einen unterentwickelten Geschmackssinn und nimmt nur die Extreme wahr: kräftig gesalzen, brennend vor Chili, rezenter Käse, der gen Himmel stinkt. Die andere hat eine so empfindliche Nase, dass sie sich schon beim Geruch von Schnittlauch kräuselt und nicht mehr Würze verträgt, als Babynahrung. Zahlreiche Faktoren haben Einfluss aufs Kochen. Wie ist die Witterung – ist die Luft feucht oder trocken? Dass das Wetter Kochen und Backen beeinflusst, klingt für normale Alltagsköchinnen und Alltagsköche vielleicht etwas seltsam. Aber beispielsweise die französischen Baguette-Bäcker wussten genau, warum sie heftig protestierten, als man ihnen im Namen eines geeinten Europas en detail und haarklein die Rezepturen für ein original französisches Baguette vorschreiben wollte.

Denn aller Rezepte zum Trotz ist es die Erfahrung, die einen Bäcker dazu bringt, vom Kochrezept abzuweichen, um mit etwas mehr Mehl oder weniger Wasser bei feuchter Witterung dem Baguette Knusprigkeit zu verleihen oder mit mehr Wasser oder kürzerer Backzeit vor einer staubtrockenen Konsistenz in der Hitze des Sommers zu bewahren. Kochen ist nur zum Teil in Regeln, in Rezepte zu fassen – das macht es der Kunst ähnlich. Das Handwerk ‚Kochen’ zu beherrschen ist eine Sachen. Die Kunst zu Kochen, Rezepte zu erfinden oder kreativ abzuwandeln, eine ganz andere. Eine Kunst ist es zumal solche Rezepte zu entwickeln, die es lohnen, längere Zeiten zu überdauern.

Die nicht als kuriose Geschmacksverirrung in den Annalen der Kochgeschichte statt auf den Tellern in Restaurants und privaten Küchen landen. Was das Kochen also mit dem Leben gemeinsam hat, ist die Herausforderung an denjenigen oder diejenige, die den Löffel schwingt, das Messer wetzt, zum Salz greift. Wie im Leben nicht immer alles glatt geht, man mit Widerständen oder Mängeln zu kämpfen hat, so geht es auch beim Kochen zu. Hier sind die Kochrezepte unvollständig oder missverständlich. Dort fehlen die Zutaten oder sind verdorben. Man verwürzt die Speisen, der Spargel ist holzig und dann schneidet man sich womöglich noch ins eigene Fleisch.

Da hilft nur eine gehörige Portion Humor und: Kochrezepte selber schreiben. Oder aus zuverlässigen Quellen beziehen, wie beispielsweise Kochrezepte von www.kochmix.de.

Artikel Bewertung

Ähnliche Beiträge zum Thema