Der BMI bei Kindern – Body-Mass-Index

Sie werden dicker und dicker: Fettleibigkeit oder Adipositas (Body Mass Index, BMI) ist in Europa ein zunehmendes Problem nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche.

Doch Eltern sind häufig damit überfordert, zu erkennen, ob sich das Gewicht ihres Kindes in einem normalen Rahmen bewegt, ob es bereits deutlich übergewichtig ist oder ob es gar Untergewicht hat. Besonders, wenn sie selbst unter Ess-Störungen gelitten haben oder leiden, fällt es Erwachsenen schwer, das Essverhalten der Kinder und seine Auswirkungen realistisch einzuschätzen.

Was sagt der BMI aus?

Der Body-Mass-Index (BMI), zu deutsch: Körpermasse-Index, kann dabei helfen, das Körpergewicht der Kinder richtig einzuschätzen. So bekommt man als Eltern ein wichtiges Kriterium an die Hand, das einem dabei hilft zu entscheiden, ob man mit dem Kind schleunigst zum Arzt gehen sollte oder nicht.

Der BMI ist eine mathematische Formel, mit der Körpergewicht und Körpergröße in ein Verhältnis gesetzt werden. Er berechnet sich aus dem Gewicht in Kilogramm, geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat.

Der Körper enthält neben Knochen, Wasser, Organen und Muskelmasse auch Fett in einem bestimmten Verhältnis. Da mit zunehmender Körpermasse auch der Fettanteil steigt, nutzt man den BMI, um indirekt den Fettanteil zu berechnen. Ein BMI zwischen 18,5 und 24 gilt als normal. Ab einem BMI von 25 gelten Erwachsene als übergewichtig, ab einem BMI von 30 als fettsüchtig oder adipös.

BMI bis 18 Jahre unterschiedlich bewerten

Bei Kindern und Teenagern bis zum 18. Lebensjahr ist die Beurteilung des BMI jedoch komplizierter. Weil sich ihr Körper noch im Wachstum befindet, ist das Verhältnis zwischen Fettanteil, Muskelmasse und Knochen starken Schwankungen unterworfen, und das auch noch geschlechtsspezifisch unterschiedlich.

Bei Säuglingen ist der BMI allgemein höher als bei Kindergartenkindern, und im Schulalter steigt er wieder an.

Deshalb entwickelte man für Kinder und Jugendliche ein eigenes Referenzschema, das auf einer Auswertung des BMIs von mehr als 34.000 deutschen Teilnehmern basiert. Die Auswertung dieser Studie wurde in der Monatszeitschrift Kinderheilkunde Nr. 149 im Jahr 2001 veröffentlicht. Übergewicht oder Adipositas bei deutschen Kindern berechnet sich nun anhand dieser Referenzwerte. Da in anderen Ländern oder anderen Kulturkreisen das Durchschnittsgewicht von Kindern einer Altersgruppe oder eines Geschlechts davon abweichen kann, müssen die Referenzwerte für die entsprechenden Gruppen speziell untersucht werden.

Die Referenzwerte von Altersgruppe und Geschlecht werden in so genannten Perzentilen als Kurven dargestellt. Die „Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kinder- und Jugendalter“ definiert die 90. Perzentile als Maßstab für Übergewicht, die 97. als Kriterium für Fettleibigkeit.

Das heißt konkret: Liegt der BMI eines Kindes im Bereich der drei Prozent seiner Altersgruppe und seines Geschlechtes, die den höchsten BMI aufweisen, gilt es als adipös. Liegt sein BMI im Bereich der zehn Prozent mit dem höchsten BMI, gilt es als übergewichtig.

Wer nun den BMI seines Sprösslings berechnen will, findet auf der Webseite des „Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte“ BMI- und Gewichtstabellen für Mädchen und Jungen: Kinderärzte im Netz

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