Durch Verhütung eine Schwangerschaft vermeiden

„Schwanger werden ist nicht schwer, schwanger sein dagegen sehr“ – besonders, wenn frau und/oder Erzeuger (Schwangerschaft, Verhütung) eigentlich kein Kind möchten und die Frau ungewollt schwanger geworden ist.

Ungewollte Schwangerschaften sollten heutzutage eigentlich nicht mehr auftreten müssen. Schließlich gibt es verschiedene Verhütungsmethoden sowohl für Männlein wie auch Weiblein. Da diese Methoden jedoch unterschiedlich sicher sind, werfen wir doch einmal einen Blick auf die Verhütung in der Praxis.

Als Maßstab für die Sicherheit gilt der so genannte Pearl Index. Er besagt, wie viele Schwangerschaften laut Statistik auftreten, wenn 100 Frauen die entsprechende Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden.

Kondome (Pearl Index 3–7) – einzige Verhütungsmethode, die auch vor AIDS schützt
Auf Schweizerisch liebevoll ‚Verhüterli’ genannt, sind Kondome sicherlich eine der praktischsten und sichersten Verhütungsmethoden ohne künstliche Hormongaben. Die über den erigierten Penis gestreiften Gummihüllen schützen, richtig angewendet, nicht nur vor einer ungewollten Empfängnis, sondern beugen zudem verschiedenen äußerst unangenehmen und auch gefährlichen Geschlechtserkrankungen vor.

Und – last but not least – Kondome sind bislang die einzige bekannte Möglichkeit außer der kompletten sexuellen Abstinenz, sich vor einer Ansteckung mit dem gefährlichen AIDS-Virus über Sexualkontakte zu schützen.

Also Jungs und Mädels: Ran an die Kondome. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben, Formen und sogar mit diversen fruchtigen Geschmacksrichtungen versehen, so dass man sie als vergnügliche Zutat ins Liebesspiel einbauen kann. Und sollte die Empfindungsfähigkeit etwas beeinträchtigt sein, kann man das ja auch positiv betrachten: es verlängert die Ausdauer.

Diaphragma (Pearl Index 2–4) – Sex nur mit der Uhr

Ein Ring mit Gummihaut wird bei dieser Methode auf den Muttermund aufgesetzt und soll so die Spermien blockieren. Wer besonders sicher gehen will, bestreicht den Ring noch mit einem chemischen Verhütungsmittel.

Was bei dieser Methode lästig ist: der Spontaneität im Liebesleben ist ein Riegel vorgeschoben. Das Diaphragma muss man nämlich mindestens sechs Stunden vor dem Geschlechtsverkehr einlegen, und länger als 12 Stunden darf es nicht in der Vagina bleiben, weil sonst Entzündungsgefahr besteht.

Vasektomie oder Sterilisation: wenn der Chirurg zum Messer greift

Brachial aber garantiert wirksam: Wenn die Samenleiter beim Mann (Vasektomie) bzw. die Eileiter bei der Frau (Sterilisation) operativ durchtrennt werden, gibt es keine ungewollte Befruchtung mehr.

Bei Männern ist der Eingriff im Allgemeinen unkomplizierter als bei Frauen. Nach der Operation kann allerdings während eines gewissen Zeitraums noch immer das ein oder andere überlebende Spermium in der Harnröhre herumschwirren. Sprechen Sie also mit dem behandelnden Arzt, ab wann nach einer Vasektomie auch das letzte Spermium garantiert seinen Geist aufgegeben hat und eine Befruchtung wirklich unmöglich ist.

Chemische Verhütungsmittel (Pearl Index 5)

Ob Vaginalzäpfchen, Schaumtabletten oder Sprays: Die Wirkungsweise ist dieselbe. Chemische Verhütungsmittel enthalten so genannte Spermizide, die die beim Samenerguss in die Vagina eindringenden Spermien schlicht und einfach abtöten. Abgesehen davon, dass die Spermizide die Scheidenflora angreifen oder brennende Gefühle hervorrufen können, ist Oralsex bei dieser Verhütungsmethode natürlich tabu.

Hormoncocktails: Die Pille für Sie – die Pille für Ihn

Für Frauen gibt es ein ganzes Rudel an Antibabypillen mit unterschiedlicher Hormonzusammensetzung, hier sollte frau sich gründlich mit der Frauenärztin beraten, welche Sorte der eigenen Gesundheit am zuträglichsten ist.

Bei den Hormonpillen, die man schlucken muss, ist die regelmäßige Einnahme wichtig: Jeden Tag, möglichst zur gleichen Uhrzeit. Wer Durchfall bekommt, kann sich auf die Wirkung nicht verlassen. Auch können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten den Verhütungsschutz herabsetzen. Also immer mit der Frauenärztin sprechen, wenn man ein Medikament zusätzlich zur Pille einnehmen soll.

Es gibt Einphasenpillen oder Kombinationspräparaten aus den Hormonen Östrogen und Gestagen (Pearl Index 0,01–0,5), die nicht jede verträgt und deren mögliche Nebenwirkungen wie Luststörungen, Gewichtszunahme und Hitzewallungen auch nicht gerade angenehm sind.

Hormonarme Einphasenpillen, auch Mikropillen genannt, und die Zweiphasenpillen haben einen Pearl Index von 0,2–0,7 und müssen täglich eingenommen werden.

Die Minipille (Pearl Index 0,3–3) muss täglich etwa zur selben Zeit eingenommen werden und kann zu Zwischenblutungen führen.

Gestagen-Depotinjektionen wie die Einmonatsspritze (Pearl Index 0,5–2) oder die Dreimonatsspritze (Pearl Index 0,3–3,6) sind nicht anzuraten, sie können den Zyklus völlig aus der Bahn werfen und Depressionen hervorrufen.

Wer sich nicht an die tägliche Pilleneinnahme gewöhnen kann, ist statt mit den gespritzten Depotinjektionen mit einem Hormonimplantat (Pearl Index 0) sicher besser aufgehoben: Ein Kunststoffröhrchen wird am Oberarm unter die Haut implantiert und gibt über drei Jahre das Gestagen Etonogestrel frei. Auch diese Methode hat natürlich ihre Nebenwirkungen: Zwischenblutungen, verlängerte Periode, Akne oder Gewichtszunahme sind möglich.

Die so genannte Pille danach (Pearl Index 1–2) ist ein echter Hormonhammer und sollte nur als Notfallmaßnahme und in der Nähe eines Arztes eingenommen werden. Bis zu 48 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr kann die hohe Dosis des Hormons Gestagen eine (teils sehr heftige) Blutung auslösen, so dass ein eventuell befruchtetes Ei ausgespült wird.

Ganz Natur: regelmäßig kein Sex

Natürliche Verhütungsmethoden wie die Knaus-Ogino-Methode (Pearl Index 15–35), bei der die unfruchtbaren Tage der Frau berechnet werden oder die Temperaturmethode (Pearl Index 1–3), die anhand der Basaltemperatur den Eisprung und damit die unfruchtbaren Tage berechnet, sind nicht für jede geeignet. Ein regelmäßiger Lebenswandel und Disziplin sind die Voraussetzung, dass diese Methoden halbwegs funktionieren.

Der ‚unterbrochene Beischlaf’ oder Coitus interruptus (Pearl Index 10–25), bei dem der Mann vor dem Samenerguss den Penis aus der Vagina zieht, ist für viele Leute ein absoluter Liebestöter und von daher nicht unbedingt ein auf Dauer angelegtes Mittel der Wahl, um eine Schwangerschaft zu verhüten. Zudem ist er nicht besonders sicher.

Wegen der vergleichsweise geringen Sicherheit gelten außerdem alle drei natürlichen Verhütungsmethoden als psychisch belastend.

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Ein Gedanke zu „Durch Verhütung eine Schwangerschaft vermeiden

  1. Hanna

    Ein Diaphragma muss nicht mindestens 6 Stunden vor dem Sex, sondern HÖCHSTENS 2 (!) Stunden vor dem Sex eingeführt werden. Man kann es also auch direkt vorm Sex einsetzen, was sogar am sichersten ist, da die Wirksamkeit des Spermizids (das in jedem Fall aufgetragen werden sollte!) direkt nach dem Auftragen am höchsten ist. Somit dürfte ein Diaphragma der Spontaneität auch keinen Abbruch tun. 😉 Nach dem Geschlechtsverkehr muss es übrigens mind. 8h in der Vagina verbleiben, darf aber bis zu 24h getragen werden.

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