Forschung beweist: Schlank und gesund durch braunes Fett

Starkes Übergewicht ist für viele nicht nur eine psychische Belastung und ein modisches Problem, sondern mittlerweile für rund 70 Prozent der Bevölkerung ein ernsthaftes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle und Diabetes. „Fett ist schlecht“ könnte man also konstatieren, aber das stimmt nicht ganz!

Jüngste Studien zeigen, dass man bei der Beurteilung des menschlichen Fettgewebes differenzieren muss zwischen so genanntem ‚weißem Fett’ und ‚braunem Fett’. „Braun ist gut“ stellte ein Forschungsteam der Universität von Baltimore fest, und auch Wissenschaftler des Uniklinikums in Hamburg-Eppendorf bescheinigten dem braunen Fettgewebe überaus positive Eigenschaften.

Fett ist nicht gleich Fett – das gilt auch beim menschlichen Fettgewebe

Wenn wir von Körperfett sprechen, dann meinen wir im Allgemeinen das weiße Fettgewebe. Diese Zellen nutzt unser Körper, um überschüssige Energie zu speichern. Oder salopp ausgedrückt: Das sind die Rettungsringe, die wir bekommen, wenn wir es uns zu gut schmecken lassen!

Natürlich gibt es dieses Fettgewebe nicht nur an der Hüfte und am Po, sondern über unseren Körper verteilt, aber in Form von Rettungsringen macht es sich meist am deutlichsten und unangenehmsten (und gesundheitsschädlichsten) bemerkbar.

Das braune Fettgewebe hingegen zeigt genau gegenteilige Fähigkeiten: Es verarbeitet Fettsäuren zu Wärme. Dieser biochemische Prozess läuft in Mitochondrien ab, die im braunen Fett zu finden sind und die ihm diese dunkle Färbung verleihen.

Braune Fettzellen auch beim Menschen vorhanden

Von Neugeborenen weiß man schon länger, dass ihnen nach der Geburt braunes Fettgewebe hilft, eine drohende Auskühlung auszugleichen. Auch menschliche Säuglinge sind so vor allem an Hals und Brust geschützt. Der Kältereiz von außen und das Nervensystem steuern die Tätigkeit dieser Fettzellen. Mit zunehmendem Alter schrumpft dieses Gewebe und wir verlieren fast ganz die Fähigkeit, Blutfette in Wärmeenergie umzusetzen.

Genau hier setzen die Studien der Eppendorfer Forscher an. Alexander Bartelt und Dr. Jörg Heeren entdeckten, dass sich die bei erwachsenen Mäusen immer noch vorhandenen braunen Fettzellen durch einen molekularen Mechanismus aktivieren lassen und so der Stoffwechselprozess in Gang gesetzt wird. Innerhalb weniger Stunden wurden in den Versuchstieren überschüssige Blutfette, aber auch weißes Fettgewebe, abgebaut. Die Mäuse wurden über Nacht dünner!

Gute Zukunftsaussichten für die Gesundheit?

Diese Ansätze schüren die Hoffnung, dass es in nächster Zukunft gelingen kann, mit ganz natürlichen körpereigenen Prozessen Übergewicht und Fettsucht zu bekämpfen. Aber nicht nur das: Bei den Versuchen zeigte sich, dass auch die Insulinresistenz, die mit Diabetes 2 verknüpft ist, verschwand.

Und wenn Forscher aus Baltimore jetzt von erfolgreichen Versuchen berichten, durch die Blockade des appetitanregenden Hormones Neuropeptid (NPY) nicht nur eine Steuerung des Hungergefühls erreicht zu haben, sondern ebenfalls die Aktivierung von „schlafendem“ braunen Fettgewebe, sorgt das für große Zuversicht!

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